Aktuelles

Pressemitteilung zum Bezirkstag 2018

Die GEW erinnert sich an Berufsverbote und 45 Jahre Radikalenerlass

Der GEW Bezirksverband Lüneburg veranstaltete am 31.5.2018 im ver.di Bildungs- und Tagungs­zentrum Walsrode den Bezirkstag 2018 zum Thema „Berufsverbote – 45 Jahre Radikalenerlass“. 30 Teilnehmende setzten sich intensiv mit dem Thema auseinander.

Der Radikalenerlass von 1972 wurde 2017 im Niedersächsischen Landtag als ein unrühmliches Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik bezeichnet – was eine sehr starke Verharmlosung ist. Denn vielmehr war er eine Vergiftung der Demokratie, wie die Journalistin Hanna Legatis in ihrem Eröffnungsvortrag darlegte. In ihrem historischen Abriss verdeutlichte sie, wo die Ursprünge von Berufsverboten lagen und welche dramatischen Folgen ihre einzelnen Stationen jeweils hatten.

Jutta Rübke, Landesbeauftragte für die Aufarbeitung des Radikalenerlasses, erläuterte die gesell­schaftlichen Folgen der Berufsverbote: Verheerend sind nicht nur die persönlichen Konsequenzen für die Betroffenen, sondern auch, dass der Staat durch diese Vorgehensweise tausende Menschen zu Opportunismus und Duckmäusertum gezwungen hat.

Und noch heute spielt dieses Thema eine wichtige Rolle. Denn immer noch werden politisch denkende und handelnde Menschen beobachtet und an einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst gehindert. Der Münchner Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger stellte an seinem eigenen Fall dar, wie akribisch der Verfassungsschutz dabei vorgeht.

Am Ende des Bezirkstages stand die Frage im Raum, wie die Gesellschaft heute mit dem Thema umgehen kann. Hanna Legatis plädierte für mehr zivilen Ungehorsam. Denn dieser gehöre zu einer Demokratie unbedingt dazu, um auf Verletzung von Grundrechten aufmerksam zu machen.

Umrahmt wurde der Bezirkstag von der

Ausstellung „Vergessene“ Geschichte – Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland, die von der Niedersächsischen Initiative gegen Berufsverbote konzipiert wurde.

Die Ausstellung (Flyer) ist noch  mindestens bis Ende Juni 2018 im Forum des ver.di Bildungs- und Tagungs­zentrums Sunderstraße 77 in Walsrode kostenfrei zu besichtigen. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt auf mit: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

PM des Landesverbands

GEW: Tonne muss Lehrkräfte endlich besser bezahlen

Hannover, 25. Mai 2017: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen erwartet von Kultusminister Grant Hendrik Tonne rasch eine verbesserte Bezahlung der Lehrkräfte. Nach dem Willen der GEW sollen alle Beamtinnen und Beamte die Besoldungsgruppe A 13 (Tarifbeschäftige entsprechend Entgeltgruppe E 13) wie am Gymnasium erhalten. Ansonsten könne Niedersachsen bald nicht mehr mit anderen Bundesländern konkurrieren, die bereits besser bezahlen oder dies planen. Bisher werden niedersächsische Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte nur mit A 12 besoldet, was monatlich etwa 500 Euro brutto weniger ausmache.

„Trotz der unterschiedlichen Herausforderungen an den einzelnen Schulformen wird die Arbeit der Lehrkräfte als gleichwertig anerkannt. Auch ihre Ausbildung dauert inzwischen gleich lang. Diese Ungerechtigkeit muss die Landesregierung zeitnah beheben, ansonsten reißt uns bald der Geduldsfaden“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Nach dem Durchbruch für gebührenfreie Kindergärten müsse sich der Minister nun intensiv dem Schulbereich widmen. „Die Ankündigung eines Stufenplans darf nicht zur Hinhalte-Taktik werden“, ergänzte sie mit Blick auf eine Äußerung des Ministers gegenüber dem GEW-Mitgliedermagazin im Februar, nach der er 2018 einen Plan zur schrittweisen Anhebung der Besoldung entwickeln wolle.

„Die finanziellen Rahmenbedingungen sind schon seit Jahren hervorragend und im Juni wird die Regierung den Haushalt für 2019 vorbereiten. „Wir erwarten umgehend Taten. Die Landesregierung darf sich nicht länger hinter falschen Finanzvorbehalten verstecken. Ansonsten entscheiden sich immer mehr Lehrerinnen und Lehrer für andere Bundesländer und verschärfen damit den Lehrkräftemangel in Niedersachsen weiter“, betonte Pooth.

Ursprung: https://www.gew-nds.de/index.php/presse-downloads/pressemitteilungen/1527-tonne-muss-lehrkraefte-endlich-besser-bezahlen

Dokumentation zur 73. Pädagogischen Woche 2017 liegt druckfrisch vor!

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 SCHULE 4.0 - BILDUNG IN DER DIGITALEN WELT

Die Broschüre enthält 18 Arbeitsgruppenberichte und folgende vorgetra­ge­ne Referate sowie Texte einer Lesung:

Lesung: Digitalisierung der Schulen – unbedingt, aber in Maßen! - Arne Ulbricht 

Wider die digitale Unbildung! Ein kategorischer Essay für die Nachfahren von Sisyphos und Kassandra - Dr. Matthias Burchardt 

Bildung braucht Beziehung – Die Bedeutung digitaler Medien für nachhaltiges Lernen - Dr. Dr. Gerhard Roth 

Digital-Risiken in die Debatte um digitale Bildung einbeziehen. Neues aus der Medienwirkungsforschung - Dr. Paula Bleckmann 

Kein Mensch lernt digital - Dr. Ralf Lankau

 
Die Broschüre kostet 11 Euro (zzgl. 1 € für Versand). Eine Rechnung kann ausgestellt werden.
Bestellungen werden gerne entgegengenommen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

 

GEW-Klagen gegen Arbeitsbelastung eingereicht

https://www.gew-nds.de/index.php/presse-downloads/pressemitteilungen/1483-gew-klagen-gegen-arbeitsbelastung-eingereicht

Hannover, 31. Januar 2018: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen hat am 30. Januar die ersten beiden Klagen von Grundschullehrkräften gegen deren überhöhte Arbeitszeiten eingereicht. Insgesamt will die Gewerkschaft bis zum 5. Februar, wie im vergangenen Herbst angekündigt, zehn Fälle vor die Verwaltungsgerichte Braunschweig und Hannover bringen.

„Alle sieben Vollzeitkräfte arbeiten nachweislich mehr als 50 Stunden pro Woche. Die Ferienzeiten sind dabei schon eingerechnet. Und was gerne vergessen wird: Für diese Überstunden gibt es keinen Ausgleich in Freizeit oder Bezahlung", erläuterte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. „Wir gehen nun auch den juristischen Weg, weil es von politischer Seite bisher noch nicht einmal ein Signal für eine umfassende Entlastung unserer Kolleginnen und Kollegen gibt. Im Kern geht es uns um eine neue Arbeitszeitverordnung des Landes Niedersachsen für Lehrkräfte, die dringend zeitliche Entlastungen schaffen muss", betonte Pooth. Offenbar brauche die verantwortliche Politik juristische Fakten, um politisch zu handeln.

Die GEW beginne mit Schulleitungen und Teilzeitkräften an Grundschulen, da die Göttinger Arbeitszeitstudie 2016 bei ihnen besonders hohe Wochenarbeitszeiten festgestellt hatte. „Die beiden Fälle, für die wir gestern Klagen eingereicht haben, weisen mehr als 55 und sogar über 60 Stunden wöchentlich auf. Die Gesundheit der Betroffenen muss dringend geschützt werden. Das gilt in ähnlicher Weise für alle Lehrkräfte", betonte die Landesvorsitzende.

Ab Februar werde die GEW überdies weitere Verfahren vorbereiten. Dann gehe es um Gymnasiallehrkräfte, die ebenfalls enorme Arbeitszeitbelastungen aufwiesen.